Eine aktuelle Datenanalyse der NZZ auf Basis revidierter Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigt: Die wirtschaftliche Stärke und Entwicklung der Schweizer Kantone unterscheiden sich deutlich. Zug und Basel-Stadt führen beim Bruttoinlandprodukt pro Einwohner. Schaffhausen und Neuenburg fallen durch ihre hohe Wirtschaftsleistung auf. Auch die Zentralschweiz hat sich überdurchschnittlich entwickelt.

Für Unternehmen aus dem Ausland ergibt sich daraus eine wichtige Frage: Welcher Standort passt zum eigenen Geschäftsmodell?

Was die neuen Zahlen zeigen

Das Bundesamt für Statistik hat seine Berechnung der kantonalen Wirtschaftsleistung grundlegend überarbeitet. Die Wertschöpfung lässt sich dadurch direkter den Standorten zuordnen, an denen sie entsteht. Einige Kantone werden deshalb deutlich stärker ausgewiesen als bisher.

Gemäss der von der NZZ dargestellten Auswertung erreichte das BIP pro Einwohner 2024 in Zug rund CHF 318’000 und in Basel-Stadt CHF 300’000. Dahinter folgen Genf, Schaffhausen und Neuenburg. Zürich liegt mit rund CHF 103’000 auf Rang sechs.

Auch die Entwicklung zwischen 2011 und 2024 unterscheidet sich erheblich: Während das BIP pro Einwohner schweizweit um 17 Prozent zunahm, betrug der Anstieg in Zug 66 Prozent, in Schwyz 39 Prozent und in Luzern 24 Prozent. Zürich verzeichnete ein Plus von 2 Prozent.

Diese Werte müssen sorgfältig eingeordnet werden. Die Daten sind provisorisch, und die methodische Revision verändert das statistische Bild. Ein höher ausgewiesenes BIP bedeutet deshalb keinen entsprechenden neuen wirtschaftlichen Zuwachs.

Ein Ranking ersetzt keine Standortstrategie

Das BIP pro Einwohner misst die wirtschaftliche Wertschöpfung im Verhältnis zur Wohnbevölkerung. Es entspricht weder dem durchschnittlichen Einkommen noch der Kaufkraft potenzieller Kunden. Besonders produktive Branchen und Pendlerströme können die Kennzahl stark beeinflussen.

Für einen Markteintritt ist deshalb entscheidend, was hinter den Zahlen steht und welche Bedingungen ein Unternehmen tatsächlich benötigt.

Ein international tätiges Handelsunternehmen stellt andere Anforderungen an seinen Standort als ein Ingenieurbüro, ein Technologieanbieter oder ein Dienstleister mit regionalem Kundenfokus. Auch ein wachstumsstarker Kanton ist nicht automatisch die beste Wahl für jedes Unternehmen.

Fünf Fragen für die Standortwahl

Bevor sich ein Unternehmen auf einen Kanton festlegt, sollte es folgende Punkte klären:

  • Kunden: Wo befinden sich die relevanten Auftraggeber und Entscheidungsträger?
  • Mitarbeitende: Welche Fachkräfte werden benötigt, und wo lassen sie sich gewinnen?
  • Netzwerk: Wie wichtig ist die Nähe zu Branchenpartnern, Forschungseinrichtungen und Lieferanten?
  • Kosten: Wie hoch sind die gesamten Standortkosten, einschliesslich Personal, Räumen, Steuern und Administration?
  • Präsenz: Reicht zunächst eine lokale Vertretung, oder braucht es bereits eine eigene Gesellschaft und operative Infrastruktur?

Gerade in der ersten Phase kann es sinnvoll sein, den Markt zunächst zu prüfen und die Präsenz schrittweise aufzubauen.

Der richtige Standort unterstützt das Geschäftsmodell

Die neuen Zahlen machen deutlich: Wer die Schweiz als einheitlichen Markt betrachtet, übersieht wichtige regionale Unterschiede. Für internationale Unternehmen lohnt es sich, mehrere Standorte anhand konkreter geschäftlicher Anforderungen zu vergleichen.

EntryPoint Switzerland unterstützt Unternehmen dabei, ihren Markteintritt vorzubereiten, geeignete Standorte zu bewerten und den Aufbau ihrer Schweizer Präsenz zu koordinieren.

Sie planen den Schritt in die Schweiz? Gemeinsam klären wir, welcher Standort und welche Form der Präsenz zu Ihrem Vorhaben passen.

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